Über Machtverschiebungen in der Berliner Unterwelt, die Daltons und die Rolle des türkischen tiefen Staates
In der Berliner Unterwelt brodelte es schon länger, als am 9. September 2018 eine Reihe von Schüssen auf dem Tempelhofer Feld zu hören waren. Der 36-jährige Nidal R. wurde an diesem Tag vor seiner Familie hingerichtet.
Nidal, für den die polizeiliche Kategorie „Intensivtäter“ überhaupt erfunden wurde[1], war der Inbegriff einer Ein-Mann-Armee. Egal welche Autorität, Struktur oder Regel – gefiel sie ihm nicht, widersetzte er sich ihr. Diese Mentalität gepaart mit seinen körperlichen Fähigkeiten verschaffte ihm ebenso viele Verehrer wie erbitterte Feinde. Sein Todesurteil besiegelte schlussendlich, dass er auf einer kurdischen Hochzeit einen älteren Mann vor seiner ganzen Familie geschlagen und gedemütigt hatte. Als er einen Vermittler senden wollte, hieß es von der Gegenseite nur noch „Nidal muss sterben“.
Die Durchbewaffnung der Szene und der Blick in die Türkei
Sein Tod markierte einen Wendepunkt in der organisierten Kriminalität in der Hauptstadt. Nach der Zerschlagung der Hells Angels Berlin City gaben vor allem traditionelle Familienstrukturen die Hierarchien und Zusammensetzung vor, nun orientierte man sich an modernen Zusammenhängen aus der Türkei wie den Redkits, Caspers und insbesondere den Daltons. Anstatt der Blutlinie wurden finanzielle Möglichkeiten, Durchsetzungsbereitschaft und individuelle Skills das Essentielle. Anstelle vager Familienstrukturen existierte nun eine rigorose Rangordnung. Das am meisten ins Auge springende Merkmal dieser Strukturen war ihre neue Eskalationsstufe: Wo zuvor mit Messern gestochen wurde, waren jetzt gezielte Hinrichtungen durch Schusswaffen das gängige Mittel der Auseinandersetzung.
In einer Mitteilung der Gewerkschaft der Polizei hieß es dazu: „Wir sehen seit längerer Zeit wieder verstärkte Rivalitäten im Bereich der organisierten Kriminalität und eine wachsende Tendenz, das mit Waffengewalt auf der Straße zu klären. Wir müssen auch festhalten, dass wir eine stadtweit zu beobachtende Durchbewaffnung der Akteure erleben“. 2025 wurde der Rekord für Schussvorfälle in Berlin aufgestellt und die 400er-Marke deutlich überschritten, in den Vorjahren waren es immer um die 350. Den Grund hat der Sprecher Florian Nath der sonst meist im Dunkeln tappenden Polizei treffend benannt: „Es geht vor allem darum, Vormachtstellungen klarzumachen oder Claims [dt.: Ansprüche] abzustecken in der Hauptstadt.“ Dabei eskalieren die Streitereien nun um „Verteilerrouten und -plätze“.
Während diese Eskalationsspirale weiter zunimmt, schaut eine neue Generation gespannt zu, die in einer Stadt aufwächst, in der die sozialen Zusammenhänge in den Nachbarschaften immer weiter ausgetrocknet werden, eine Mentalität des Jeder-gegen-Jeden zunimmt, die Älteren häufig den Weg der Behauptung auf der Straße vorleben und Schusswaffen für jeden Taugenichts auf Telegram zu kriegen sind. Diese düstere Entwicklung wird durch das Ausbluten der sozialen Infrastruktur Berlins noch bestärkt werden. Die gängigen Orte, die die Jugend positiv zusammengehalten haben wie Jugendzentren, günstige Sportvereine etc., werden aufgrund der Kürzungen im Namen der Kriegstüchtigkeit nach und nach plattgemacht. Sie haben keinen Wert für die Berliner Regierung.
Der Burgfrieden Mehmet Kaplankıran und das Sterben einer alten Ordnung
Ein Mann, der in dieser chaotischen Situation viele Kriege auf Berlins Straßen verhinderte, war Mehmet Kaplankıran. Der mehrere hundert Millionen Euro schwere Kurde war Leiter des Unternehmens WettArena, Gastronom und durchweg anerkannt in der internationalen organisierten Kriminalität. In den letzten Jahrzehnten hatte er sich ein Imperium aufgebaut und das nicht nur basierend auf Angst und Einschüchterung – er war ein anerkannter „Friedensrichter“, der von allen Akteuren Berlins anerkannt und dessen Fähigkeit zur Schlichtung von Streit wertgeschätzt wurde.
Beispielhaft dafür, dass Kaplankıran alle möglichen scheinbar antagonistischen Grenzen sprengen konnte, war der von ihm im Mai 2025 organisierte „Bingöl-Abend“. Unter dem Deckmantel einer unscheinbaren Spendenveranstaltung für die Provinz Bingöl, seine Heimat, wurden diplomatische Beziehungen über diverse Staatsgrenzen hinaus geknüpft und gepflegt. Im Titanic Hotel in Berlin versammelten sich Figuren, die man sich niemals zusammen an einem Ort vorgestellt hätte: Während der patriotische kurdische Sänger Seyda Perînçek die Bühne eröffnete und dem kürzlich davor verstorbenen Politiker Sırrı Süreyya Önder der DEM-Partei (Kurdische Partei für Emanzipation und Demokratie der Völker in der Türkei) gedacht wurde, saßen von prominenten Figuren, die dem türkischen Staatsapparat nahe sind wie Ertunç Toksöz und Cezayir Baysal, über Größen der türkischen Unterwelt bis hin zu Issa Rammo als Vertretung der libanesischen Kräfte in Berlin und zentralen Figuren der deutschen Rockerwelt wie Frank Hannebuth alle gemeinsam im Saal. Besonders aussagekräftig waren die gigantischen personalisierten Grüße an diese Veranstaltung, die in Form von Blumensträußen am Eingang der Halle übermittelt worden waren. Der Einfluss bis in zentrale Teile der türkischen Unterwelt und des tiefen Staates wurde deutlich – Namen wie der ehemalige türkischen Innenminister Mehmet Ağar hinterließen ihre Grüße, außerdem Ikonen der türkischen Drogenimperien mit Verbindungen zum tiefen Staat wie Sedat Peker, Sedat Şahin, Barış Çakıcı und viele weitere.
Mehmet Kaplankıran repräsentierte eine Ära der Berliner Unterwelt, in der diplomatische Beziehungen, Absprachen basierend auf Regeln und dem gemeinsamen finanziellen Profit vorherrschend waren. Es hatte jedoch bereits erste Anzeichen gegeben, dass sich Akteure aus der Szene den etablierten Strukturen widersetzen wollen und eine Neuordnung anstreben. So wurden im Dezember 2025 20 Schüsse auf Kaplankırans Wohnhaus in Lichterfelde gefeuert. Daraufhin setzte er öffentlich ein Kopfgeld von 500.000 Euro auf die Täter aus. Doch bevor sich diese Auseinandersetzung weiterentwickeln konnte, starb er im Januar 2026 an den Folgen einer Lungenkrebserkrankung. Sein plötzlicher Tod hinterließ ein riesiges Machtvakuum und markierte den Niedergang der alten Ordnung. Es ist davon auszugehen, dass der Kampf um Kaplankırans Rolle in der neuen Konstellation offen auf den Straßen Berlins ausgetragen wird.
Die „Zeit der Monster“ und das Auftauchen der Daltons
„Die alte Welt liegt im Sterben, die neue ist noch nicht geboren: Es ist die Zeit der Monster.“ lautet das Antonio Gramsci zugeschriebene Zitat, das die Zeit des Interregnums nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Niedergang der alten Imperien auf den Punkt bringt. Durchaus lässt sich hierbei eine Parallele zu den Machtverhältnissen im Milieu der organisierten Kriminalität ziehen.
Das Geld liegt auf der Straße und zählen tut nur noch das Recht des Skrupelloseren. Während die Berliner Akteure zögern, richten die Strukturen der türkischen Mafia ihren Blick nach Berlin und erheben Gebietsansprüche. Gemeint sind die sogenannten Daltons, benannt nach der Banditenfamilie, welche die zentralen Gegenspieler im Cartoon Lucky Luke darstellen, unbelehrbar sind und stets aus dem Gefängnis ausbrechen.
Den Daltons gelang ihr Aufstieg als Handlanger Barış Boyuns, der sich unter der Hand Bilal Yamans, einer prägenden Figur der alten Mafia-Schule, etabliert hatte. Yaman wurde 2017 verhaftet. Als diese zentrale Schaltstelle des Systems wegbrach, füllte Boyun das Vakuum. Nach mehreren kurzfristigen Verhaftungen im Exil ließ er sich in Italien nieder und arbeitete mit einer Gruppe zusammen, die vor allem für effiziente Attentate auf Motorrädern bekannt war – den Daltons. Sie brechen alte Regeln und tragen ihre Konflikte offen aus. Mitte des Jahres 2024 machten sie sich unter der Führung von Beratcan Gökdemir unabhängig und verfolgen seitdem direkter ihre eigenen Interessen. Sie haben einen Kult um ihren Anführer aufgebaut, nennen ihn den „Herrscher der Straßen“ (türkisch: sokakların hakimi), schrieben Songs über ihn und verbreiteten einen gewissen „Daltonlar“-Lifestyle auf TikTok und anderen Social Media Plattformen, ihr Markenzeichen: Attentate auf Mottorrädern. Dieser kulturelle Mythos ermöglicht es ihnen, ohne jeglichen Kontakt teils minderjährige „Fans“ für Auftragsmorde zu rekrutieren.
Seit vergangenem Jahr haben sie begonnen, in Berlin Schutzgelder zu verlangen. Dabei fokussieren sie sich auf Läden, die einen Bezug zur Türkei haben. Diversen Supermarktketten und Fahrschulen, die noch nicht auf ihre Forderungen eingegangen sind, wurden wiederholt die Scheiben eingeschossen. Einem Geschäftsmann wurde in die Beine geschossen und im Kreuzberger „Sinatra Club“ explodierte eine Handgranate. So sieht der symbolische Auftakt der Daltons in Berlin bisher aus.
Die tiefen Wurzeln dieses Spieles: Die „Spezialkriegsstrategie“ und das „Mafia-Polizei-Politiker“-Dreieck in der Türkei
Um zu verstehen, auf welchem Boden diese Gruppierungen gedeihen konnten, die nun in Berlin agieren, muss man die Zeit etwas zurückdrehen und den Blick auf die Landstraße zwischen Izmir und Bursa wenden. Genauer gesagt auf eine Tankstellenausfahrt in der Nähe der Kleinstadt Susurluk. Dort stieß in der Nacht des 3. November 1996 ein dunkler, gepanzerter Mercedes mit einem LKW zusammen. Der Fahrer und zwei von den drei Insassen auf dem Rücksitz kamen dabei ums Leben.
Die Identität der Verletzten und Verstorbenen wurde schnell bekannt und löste eine politische Lawine aus. Verunglückt sind an diesem Tag der damals amtierende Polizeichef in Istanbul und frühere Chef der Spezialeinheiten des Militärs in Hakkâri und Diyarbakır, Hüseyin Kocadağ, die Stewardess und bekannte Drogenkurierin Gonca Us und der international von Interpol gesuchte Faschistenführer und Auftragsmörder Abdullah Çatlı. Der Chef der Dorfschützereinheiten Korucu, die zur Bekämpfung von Aufständen aufgebaut worden waren und für viel Folter und Terror sorgten, Edip Sedat Bucak, überlebte schwer verletzt. Im Kofferraum des Fahrzeugs wurden Waffen israelischer Herkunft, Schalldämpfer, Giftmunition, Kokain und viele Dokumente gefunden.
Der Unfall deckte mit einem Schlag alles auf, was jahrelang vermutet worden war.[2] Im Kampf gegen politische Feinde bediente sich der türkische Staat der dreckigsten Methoden und finanzierte seine Verbrechen mit Drogenhandel. Das Netzwerk, das diese Personen an jenem Tag zusammen in den gepanzerten Mercedes brachte, entstand mit dem NATO-Beitritt der Türkei 1952. Im gleichen Jahr wurde im Rahmen dessen, was später als „Gladio“[3] aufgedeckt wurde, eine Struktur namens „Mobilisierungs-Prüfungsausschuss“ (türkisch: Seferberlik Tektik Kurulu) gegründet, ihr Hauptsitz wurde im gleichen Gebäude wie die US-Militärmission untergebracht. Ab 1965 wurde sie umbenannt in „Amt für spezielle Kriegsführung“ (ÖHD, türkisch: Özel Harp Dairesi). Die Organisation besteht aus zwei Ebenen und hat die Aufgabe und das Ziel, mit allen Mitteln kommunistische oder „separatistische“ Bewegungen zu bekämpfen – also die Interessen der NATO an ihrer Südost-Flanke zu sichern. Die offizielle Ebene besteht aus Beamten, die für den Guerillakrieg ausgebildet sind. Daher werden sie Konterguerilla genannt. Ihre Ausbildung umfasst Sabotage, Attentate, Entführung, Verhör-, Folter- und Tötungsmethoden. Die zweite Ebene ist ein Geheimnetzwerk, das sich durch alle mächtigen institutionellen und illegalen Strukturen des Landes zieht. Ihr wichtigstes Merkmal ist, dass ihre Aufgabengebiete und Tätigkeiten nicht durch Gesetze gebunden oder beschränkt sind.
Das zehntausende Menschen umfassende System der Korucu, unter dem der Bucak-Clan seinen Status erlangen konnte, wurde durch den ÖHD organisiert. Außerdem wurde der Aufbau rivalisierender rechter paramilitärischer Organisationen in Kurdistan wie der Hisbullah forciert, etliche extralegale Hinrichtungen durch den Gendarmerie-Geheimdienst JİTEM unter Führung von Mahmut Yıldırım (Deckname Yeşil) durchgeführt und ein systematischer gesamteuropäischer[4] Drogenhandel etabliert, der überhaupt Çatlıs Aufstieg ermöglichte. Çatlı hatte unter dem Deckmantel von Import-Export-Unternehmen wie „Sultan Textil“ und der Textilfirma „GSC“ staatlich unterstützt über Ungarn in großem Stil Heroin und Kokain in diverse westeuropäische Staaten gebracht. Dabei reiste er häufig mit grünem Diplomatenpass. Gewaschen wurde das Geld meist über Devisenbüros, Banken und Kasinos. Eine zentrale Rolle spielte hierbei der „Kasinokönig“ Ömer Lütfü Topal, der nach dem Militärputsch 1980 seine Milliarden schwere Kasinokette „Emperial“ aufbaute. Einem Bericht zufolge zahlte Topal an Mehmet Ağar, den ehemaligen Innenminister, mindestens 200 Milliarden türkische Lira. 50 Prozent des „Emperial“ Kasinos im Istanbuler Sheraton Hotel gehörten Sami Hoştan vom ÖHD. Nachdem Topal sich nicht mehr den wirtschaftlichen Forderungen des ÖHD unterwerfen wollte, wurde er im Juli 1996 umgebracht. Dass diese Strukturen, die hier nur beispielhaft skizziert werden können, bis heute unverändert weiterbestehen, wurde zuletzt durch die Ergenekon Prozesse und die Enthüllungen Sedat Pekers öffentlich.
Zuletzt wurden sie als Gegengewicht zu den patriotischen kurdischen Jugendlichen relevant, die 2015 in mehreren Provinzen Nordkurdistans ihre Köpfe hoben, zur Waffe griffen und in Form der Kampfverbände der YDG-H/YPS Autonomie erkämpften. Denn wo eine revolutionäre Organisation sich im Volk „wie der Fisch im Wasser“ (Mao Tse-tung) zu bewegen sucht, zielt die moderne Aufstandsbekämpfung auf die „Herzen und Köpfe“ der Bevölkerung, mit dem Ziel, die Aufständischen zu isolieren. Mit diesem Kalkül wurden diese Regionen mit Drogen geflutet, junge Frauen in die Prostitution getrieben und eine neue Generation von Banden gefördert. Während die Stadtteile von außen mit Panzern, schwerer Artillerie und zum Teil Kampfflugzeugen beschossen wurden, wurde durch einen inneren Zersetzungsprozess in diesen Gebieten eine zweite Front eröffnet. Die Jugendgruppen der Demokratischen Partei der Völker (HDP) und der Grünen Linkspartei (YSP) sprechen in einer gemeinsamen Kampagne davon, dass die Jugend in Nordkurdistan einem „ideologischen Bombardement“ ausgesetzt sei. Eine der offensten Aussagen über diese staatliche Strategie stammt von dem ehemaligen Gouverneur von Siirt (kurdisch Sêrt) der öffentlich erklärte: „Sollen sie lieber Prostitution betreiben, statt in die Berge zu gehen. Sollen sie lieber Drogen nehmen, statt Steine zu werfen.“ Auch nach der Zerschlagung der kämpfenden Einheiten wurde diese Methode der Aufstandsbekämpfung präventiv beibehalten.
In eben diesen politischen Umständen ist der soziale Boden zu finden, auf dem die mehrheitlich kurdischen Gruppen wie die Daltons wachsen konnten. Nachdem das Wasser, in dem die Revolutionäre schwammen, ausgetrocknet wurde, erwächst aus der Kloake, die die Bourgeoisie hinterlässt, jede Menge Unkraut.
[1] Beim Landeskriminalamt (LKA) Berlin wurde eine Intensivtäterabteilung eingerichtet, nachdem 2002 in der Fachzeitschrift Kriminalistik ein von einem leitenden Beamten des LKAs geschriebener Artikel über Nidal R. mit dem Titel „Ist das deutsche Jugendstrafrecht noch zeitgemäß?“ erschienen war. Der LKA-Beamte wollte damit auf den in seinen Augen zu laschen Umgang mit dem Wiederholungstäter hinweisen, der damals als 20-Jähriger bereits über 80 Einträge in seiner Akte hatte und vor Gericht in 52 von 60 Fällen Haftverschonung oder Bewährung erhalten hatte.
[2] Einer der ausführlichsten Berichte über die Entstehung und den Umfang der türkischen Konterguerilla und ihrer Methoden lieferte Selahattin Çelik mit dem Buch „Verbrecher Staat. Der ‚Susurluk-Zwischenfall‘ und die Verpflechtung von Staat, Unterwelt und Konterguerilla in der Türkei“.
[3] Siehe zu den Hintergründen dieser die gesamte Nato umfassenden Spezialkriegsdoktrin:
Nazis, Kontras, Dschihadisten.. Zur Entwicklung der Spezialkriegsdoktrin der USA und NATO – Nikolaus Brauns https://widerstandsvernetzung.org/wp-content/uploads/2022/01/Zur-Entwicklung-der-Spezialkriegsdoktrin-der-USA-und-NATO-Januar-2022.pdf
[4] Der kurdische Heroinschmuggler Hüseyin Baybaşin, der früher mit dem türkischen Staat kooperierte und nun weitgehendste Äußerung über dessen Drogenhandel tätigte, sagte diesbezüglich in einem Interview aus seiner Zeit in den Niederlanden: „Ich als einer, der mit ihnen zusammengearbeitet hat, habe mit eigenen Augen gesehen, wie der türkische Staat zu einer Mafiabande geworden ist und dass die Anführer dieser Mafiabande die höchsten Staatsvertreter selbst sind. […] Ende 1983 bspw., als die Geschäfte dermaßen blühten und eine neue europaweite Struktur benötigt war, trafen wir uns deshalb im Hotel ‚Sheraton‘ in Brüssel zu einer Versammlung. Von Polizeichefs, Offizieren, bis NATO-Beauftragten waren dort hochrangige Personen anwesend.“

